19.04.2023

Null Emission mit Wasserstoff auf Brühls Stadtbuslinien

Gruppenaufnahme vor Solaris und mobiler Tankstelle, v.l.n.r.: Dr. Nicolas Dohn, Head of Hydrogen der Westfalen Gruppe, Matthias Pampus-Meder, Mitglied der Geschäftsführung Eisenwerk, Wilm Papke, Mitglied der Geschäftsführung Eisenwerk, Dr. Marcel Frank, Geschäftsführer RVK, Thomas Isele, Geschäftsführer Stadtwerke Brühl, Dieter Freytag, Bürgermeister Brühl. Quelle RVK

•    Die Stadtwerke Brühl setzen mit ihrem Verkehrsdienstleister Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) ab sofort auf den emissionsfreien Stadtbusbetrieb mit Wasserstoff
•    Sechs neue Solaris Urbino 12 hydrogen bewegen die Brühler Fahrgäste optisch frisch und emotional
•    Die deutschlandweit erste kompressorlose mobile Tankstelle für eine Betankung mit 350 bar geht in den Dauerbetrieb

Brühl, 18. April 2023. Das ganz große Paket wurde für den 18. April in Brühl geschnürt und am Standort des Eisenwerks Brühl vorgestellt. Sechs brandneue Solaris Urbino 12 hydrogengehen in den Linienbetrieb und die deutschlandweit erste mobile Wasserstofftankstelle im Dauerbetrieb der Westfalen Gruppe steht nun für die Betankung bereit. Als I-Tüpfelchen erhielten die neuen Busse originelle Designs mit Spartenwerbung für die Stadtwerke Brühl

Brühl war einer der Pioniere, die zusammen mit der RVK und den Hürther Stadtwerken schon 2011 den ersten großen Schritt gingen – mit Wasserstoff als alternativem Antrieb für den ÖPNV. Damals wurden zwei Busse des Prototyps Phileas in Betrieb genommen, deren emissionsfreier Antrieb mit Wasserstoff überzeugte, und seit Oktober 2021 waren drei wasserstoffbetriebene Fahrzeuge im Brühler Stadtverkehr im Einsatz.

Die Entscheidung, den Stadtverkehr auf Wasserstoff umzustellen, wurde am 16. März 2022 in Brühl getroffen. Die Wasserstofflandschaft im Ballungsraum um Köln herum wird mit der Inbetriebnahme der sechs neuen Fahrzeuge um ein weiteres Puzzleteil reicher.

Wasserstoff – der alternative Antrieb im ÖPNV
Für Brühl ändert sich mit dem Einsatz der sechs neuen Solaris Urbino 12 hydrogeneiniges. Die Stadtbuslinien werden ab dem heutigen Tag fast vollständig mit wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenbussen befahren und der öffentliche Stadtverkehr wird somit nahezu vollständig emissionsfrei. Dieselbusse kommen nur noch in den so genannten „Spitzen“, sprich den Stoßzeiten während der morgendlichen Schülerverkehre zum Einsatz.
Wasserstoffbetriebene Brennstoff­zellen-Hybridbusse punkten in vielfacher Hinsicht. Sie verursachen lokal mit Ausnahme von Wasserdampf keine Emissionen.

Neben der stark reduzierten Geräuschemission heißt das u.a. kein Ausstoß von NOx (Sammelbezeichnung für gasförmige Oxide des Stickstoffs), CO2 (Kohlendioxid) und Rußpartikeln. 

Bei knapp 390.000 km jährlich, die in Brühl ab sofort ausschließlich mit Wasserstoff gefahren werden, werden gegenüber einem Euro-Norm 6 Dieselbus nun 393 Tonnen CO2 und 0,55 Tonnen NOx vermieden.

Die neu in den Fuhrpark integrierten 12 Meter langen Solaris-Fahrzeuge haben eine den derzeit eingesetzten Dieselbussen vergleichbare Reichweite. Sie können fast ebenso schnell getankt werden wie Dieselbusse und erfordern daher für die betrieblichen Abläufe keinerlei Anpassungen. Neben diesen neuen Fahrzeugen ist ein A330 FC von Van Hool aus dem Jahr 2014 im Einsatz.

Die mobile Tankstelle
Die mobile Wasserstofftankstelle der Westfalen Gruppe wurde in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen NanoSun entwickelt. Es handelt sich um eine containerbasierte Fast-Fill-Lösung für Betankungen mit 350 bar. Die Befüllung eines Brennstoffzellen-Busses dauert mit der mobilen Wasserstofftankstelle weniger als 20 Minuten. Da der Tankstellen-Container bis zu 230 kg Wasserstoff aus mehreren Flaschen abgeben kann, sind etwa zehn Vollbetankungen von Brennstoffzellen-Bussen in einem Turnus möglich. Das System gilt als besonders robust, da keine störungsanfälligen Bauteile eingesetzt werden. Ist ein Container leer, wird dieser neu befüllt oder einfach durch einen vollen Container ausgetauscht. Die Westfalen Gruppe aus Münster betreibt unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen rund 260 Tankstellen und versorgt seit 100 Jahren ihre Kunden mit gasförmigen und flüssigen Produkten.

Der Standort der Tankstelle auf dem Gelände des Eisenwerks wurde nach kurzen, erfolgreichen Verhandlungen ausgewählt, da auf dem dortigen Parkplatz ein idealer und zum momentanen Zeitpunkt ungenutzter Raum für die Aufstellung der mobilen Tankstelle zur Verfügung steht.

Die Gestaltung der Busse
Die Brühler Stadtwerke sorgen für die Lebensqualität ihrer Stadt und Region. Das ist nun optisch frisch und emotional in Szene gesetzt und ab sofort auf den Straßen der Schlossstadt zu sehen. Die sechs neuen Wasserstoffbusse rollen als optische Hingucker für die Stadtwerke-Marken „StadtbusBrühl“ und „BrühlMobil“, „BrühlStrom“, „BrühlGas“, „BrühlWasser“, „BrühlWärme“ sowie „KarlsBad“.

Die Förderung der Fahrzeuge
Möglich wurde die Beschaffung der Brühler Busse im Rahmen einer umfassenden Förderzusage des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr an die RVK. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Im Dachkranz der Busse befinden sich daher die Logos dieser Einrichtungen.

Die RVK, mit Verwaltungssitz in Köln, erbringt ihre Leistungen im Umland von Köln und Bonn, so auch seit 1998 für die Stadtwerke Brühl GmbH, die Gesellschafter der RVK ist. Mit ihren Aufgabenträgern und Gesellschaftern zählt die RVK europaweit zu den Wasserstoff­pionieren.

Statements:

Thomas Isele, Geschäftsführer der Stadtwerke Brühl GmbH:
"Wir freuen uns, dass wir mit den neuen Wasserstoffbussen einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Mit den neuen wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenbussen im Brühler Stadtverkehr sowie unserem e-Carsharing haben wir zukunftsweisende Technologien im Einsatz für eine emissionsfreie Mobilität."

Dr. Marcel Frank, Geschäftsführer der Regionalverkehr Köln GmbH:
"Wir wirken nun dank der weitsichtigen Unterstützung unserer Gesellschafter seit 12 Jahren gemeinsam an einer klimafreundlichen Umgestaltung des ÖPNV entscheidend mit. Ohne Förderprojekte auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene wäre die inzwischen außerordentlich schnell wachsende Wasserstofflandschaft nicht denkbar gewesen. Und Brühl gehört nun vollständig dazu.“

Dieter Freytag, Bürgermeister der Stadt Brühl:
"Die Mobilitätswende ist in Brühl ein wichtiges Thema. Neben dem Fahrrad- und Fußverkehr sowie moderner Sharing-Angebote möchten wir vor allem den ÖPNV als Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität fördern. Mit unserem attraktiven Stadtbussystem bieten wir den Brühlerinnen und Brühlern sowie den Besuchenden schon länger ein sehr gutes Mobilitätsangebot. Im Halbstundentakt können bequem fast alle Bereiche Brühls gut erreicht werden. Mit den neuen Wasserstoffbussen ist diese Mobilitätsoption nun auch emissionsfrei und unterstreicht damit die Ambitionen des Brühler Klimaschutzes."

Dr. Nicolas Dohn, Head of Hydrogen der Westfalen Gruppe:
„Wir bei Westfalen sind vom großen Potenzial des Energieträgers Wasserstoff überzeugt. Neben dem Einsatz in industriellen Prozessen sehen wir Wasserstoff gerade auch als einen wesentlichen Bestandteil der Mobilitätswende, insbesondere als alternative Antriebsenergie im Schwerlastverkehr. Die mobile Wasserstofftankstelle, so wie wir sie in Brühl verwenden, zeichnet sich vor allem durch ihre Flexibilität aus – was einen bedarfsgerechten Einsatz ermöglicht und somit den Markthochlauf von Wasserstoff in der Mobilität entscheidend unterstützen kann.“

Ansprechpartner:

Stadtwerke Brühl

Martin Lösch
Leiter Produkte, Innovationen und Marketing
Telefon: 02232 702-312
E-Mail: martin.loesch@stadtwerke-bruehl.de

Regionalverkehr Köln GmbH
Andrea Jahn
Stabsstellenleitung Kommunikation      
Telefon: 0221 1637-887
E-Mail: andrea.jahn@rvk.de

Westfalen AG
Kamil Glabica
Communications Specialist
Telefon: 0251 6956308
E-Mail: k.glabica@westfalen.com