Wasserstoff für den ÖPNV

Fahrzeuge, die vollkommen schadstofffrei unterwegs sind und statt Abgasen nur Wasserdampf ausstoßen?

Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen-Busse bieten für den Regionalverkehr beste Grundlagen. Mit Reichweiten von ganzjährig bis zu 350 km und Betankungszeiten von unter zehn Minuten haben wir Parameter, die denen der Dieselbusse vergleichbar sind.

Brennstoffzellen-Busse fahren dabei rein elektrisch: In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) unter der Abgabe von elektrischer Energie zu Wasser (H2O). Der so generierte Strom kann in einer Hochvolt-Batterie gespeichert werden oder direkt die Elektromotoren antreiben. Einzige „Emission“ dieser Fahrzeuge ist reines Wasser, bzw. Wasserdampf. Zudem sind die Busse absolut geräuscharm.

2011 startete dieses ehrgeizige Projekt der RVK mit zwei Brennstoffzellen-Hybridbussen des Typs „Phileas“ vom niederländischen Hersteller APTS. Diesem Prototyp folgten 2014 zwei Busse des Typs A333 FC von Van Hool.

Inzwischen ist die Idee eines schadstofffreien ÖPNV keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität. Mit der Förderung von über 13 Millionen Euro gelingt es uns in 2018 den Grundstein für die größte Brennstoffzellen-Hybridbus-Flotte Deutschlands zu legen. 30 Wasserstoffbusse werden 2019 in den Fuhrpark der RVK integriert. Hinzu kommt der Bau von zwei eigenen Wasserstoff-Tankstellen.

Zusammen mit der "Ertüchtigung" bereits vorhandener Tankstellen im Verkehrsgebiet bilden wir eine Infrastruktur, die auch weitere Partner und Projekte als Basis nutzen können und werden.

Förderung für Busse und Tankstellenbau

Für die Beschaffung von 30 Brennstoffzellen-Hybridbussen und zwei Wasserstoff-Tankstellen erhält die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie eine Förderung von 7,4 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Die Umsetzung der Förderrichtlinie wird durch die NOW Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie koordiniert. Eine weitere Förderung in Höhe von 5,6 Mio. Euro im Zuge des EU-Projektes JIVE liegt ebenfalls vor.

Die Förderungen im Zuge des EU Projektes JIVE gehen europaweit an ÖPNV-Unternehmen und dienen der Beschaffung von 140 Brennstoffzellen-Bussen und dem Bau mehrerer H2-Tankstellen.

Die RVK-Busse werden Anfang 2019 an den RVK-Standorten Hürth, Meckenheim und Wermelskirchen stationiert. Für weitere 10 Fahrzeuge gibt es eine Förderoption; diese sollen spätestens 2020 an den Start gehen.

Zur Schaffung der hierfür erforderlichen Infrastruktur wird an unseren Betriebsstandorten in Meckenheim (Rhein-Sieg-Kreis) und Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer Kreis) jeweils eine Wasserstoff-Tankstelle errichtet. 

Am 24. Juli 2018 wurden die entsprechenden Verträge zum Tankstellenbau durch die beteiligten Partner unterschrieben.

 

Der A 330 FC, Van Hool

Am 5. Mai 2014 wurden der Öffentlichkeit zwei neue Brennstoffzellen-Hybridbusse vorgestellt. Die beiden A330 FC von Van Hool sind Vorserienfahrzeuge, die in dritter Generation vom belgischen Hersteller Van Hool gefertigt wurden. Deutschlandweit waren wir das erste Unternehmen, das diese Busse im Öffentlichen Personen-Nahverkehr einsetzt.

Mit dem Kooperationsprojekt, welches mit den Partnern Stadtwerke Brühl und Hürth, HyCologne und mit der Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert wurde, rückte unser umweltpolitisches Ziel einer „Null Emission“ für den Fuhrpark ein großes Stück näher.

Die Solobusse mit 100 Sitz- und Stehplätzen sind im Linienverkehr von Hürth und Brühl eingesetzt und haben eine Reichweite von circa. 300 km.  

Das Projekt wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Datenblatt des A330 FC

Der Phileas, APTS

Im Mai 2011 wurden von der RVK zwei wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Hybridbusse in Betrieb genommen. Diese Prototypen, genannt „Phileas“, wurden im Rahmen eines bilateralen Forschungsprojektes zwischen dem Land NRW und den Niederlanden entwickelt.

Die beiden 18 Meter langen Busse des Typs „Phileas“ wurden vom niederländischen Hersteller Advanced Public Transport Systems (APTS), einem Tocherunternehmen der VDL-Gruppe, gebaut und tragen deutsches Know-how in sich. Das Düsseldorfer Unternehmen Vossloh Kiepe GmbH steuerte die Serienhybrid-Technik bei. Die Batterie mit einer Speicherkapazität von 26 Kilowattstunden wurde von der Hoppecke Batterien GmbH & Co. KG aus Brilon und die Brennstoffzelle vom kanadischen Unternehmen Ballard Power Systems Inc. geliefert.

Das Brennstoffzellensystem erzeugt eine elektrische Leistung von 150 Kilowatt. Die Busse sind mit einem Hybridtraktionssystem von Vossloh Kiepe ausgestattet.

Das adaptive Energiemanagement steuert die Energieflüsse zwischen den Verbrauchern und dem dualen Energiespeichersystem. Dieses besteht aus einer Kombination aus Doppel-schichtkondensatoren und einer Batterie.
Das Phileas-Projekt wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Von September 2011 bis Dezember 2016 wurden sie im Linienverkehr des Rhein-Erft-Kreises und in den Stadtverkehren von Hürth und Brühl im Rahmen einer Testphase eingesetzt.

Datenblatt des Phileas

In einem Film hat die RVK die Entwicklung der Busse dokumentiert.

Der Film „Von der Idee bis auf die Straße“ kann auf YouTube angesehen werden.