Alternative Antriebe: Wie sieht die Zukunft auf der Straße aus?

Der Abschied von fossilen Kraftstoffen ist die größte Aufgabe für den Nahverkehr von morgen. Weil jede Region, jede Strecke und jeder Hügel im Kölner Umland andere Bedingungen mitbringt, setzen wir bei der RVK auf einen technologieoffenen Ansatz: Wir kombinieren die Stärken von Wasserstoff-, Bio-Erdgas- und Batterie-Bussen zu einem maßgeschneiderten Antriebsmix. Unser Ziel: eine vollständig dieselbrennstofffreie Busflotte. Bereits heute bewegen wir das Kölner Umland mit der größten Wasserstoff-Busflotte in Deutschland und ganz Europa.

Auf einen Blick: Wie sieht die Flottentransformation aus?

  • Status heute:

    Über 160 Wasserstoffbusse, rund 80 Bio-Methan-Busse und über 10 batterieelektrischen Fahrzeuge sind bereits bei uns im täglichen Einsatz.

  • Das Ziel: dieselbrennstofffreie Busflotte

    Sofern technisch, wirtschaftlich und betrieblich möglich, wird unsere gesamte Busflotte in wenigen Jahren zu 100 % dieselbrennstofffrei betrieben.

Unser Antriebsmix für die Mobilitätswende: Wie sieht unsere Flotte aus?

Für die Umstellung des Nahverkehrs auf alternative Antriebe setzt die RVK auf ein koordiniertes Zusammenspiel dreier technologischer Säulen. Jede Antriebsart bringt ihre eigenen Vorteile mit und wird dort eingesetzt, wo ihre spezifischen betrieblichen Merkmale optimal genutzt werden können.

Bus vor der Tankstelle in Meckenheim

Säule 1: Wasserstoff & Brennstoffzelle

Wasserstoff-Busse bilden das technologische Rückgrat für den weitläufigen Regionalverkehr. In einem Brennstoffzellen Hybrid Bus reagiert chemisch gespeicherter Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser, wodurch elektrische Energie für den Antriebsmotor entsteht.

  • Vorteile: Hohe Reichweiten von deutlich mehr als 300 Kilometern ohne Unterbrechung, kurze Nachladezeiten von unter 10 Minuten und ein geringeres Eigengewicht im Vergleich zu reinen Batteriebusen, was eine höhere Fahrgastkapazität ermöglicht.
  • Bestand: Aktuell befinden sich bei uns 134 Standard-Linienbusse (KOM) und 29 Gelenkbusse (GOM) mit Wasserstoffantrieb im täglichen Einsatz, verteilt auf die Standorte Hürth, Wermelskirchen, Meckenheim und den Rheinisch-Bergischen Kreis. Fünf weitere Fahrzeuge befinden sich in der Zulaufphase.

Säule 2: Bio-Erdgas / Bio-CNG

Bio-Erdgas dient als bewährte und hochstabile Übergangstechnologie. Im Kreis Euskirchen nutzt die RVK die geografische Nähe zu einer regionalen Biogasanlage, um die Fahrzeuge direkt aus dem Gasnetz mit aus biologischen Reststoffen gewonnenem Biomethan zu versorgen.

Im Kreis Euskirchen decken 63 Standardbusse, 6 Gelenkbusse und 2 Kleinbusse mit CNG-Antrieb den verlässlichen Linienbetrieb ab.

Das Bild zeigt mehrere Bio-Methan-Busse, die nebeneinander stehen
Das Bild zeigt einen bunten batterielektrischen Bus der RVK.

Säule 3: Batterieelektrische Antriebe / E-Busse

Reine Batteriebusse zeichnen sich als Fahrzeuge ohne direkte CO₂-Abgasemissionen im
Fahrbetrieb aus. Sie benötigen jedoch exakt getaktete und ausreichend lange Standzeiten zwischen den Umläufen, um die Batteriekapazitäten nachzuladen.

  • Vorteile: Im Fahrbetrieb lokal abgasfrei und geräuscharm. Geeignet für urbane Linienprofile mit fest definierten Ladefenstern auf den Betriebshöfen.
  • Bestand: Derzeit sind 2 Standard-E-Busse sowie 10 rein elektrische Kleinbusse (vorwiegend im Kreis Euskirchen und in Meckenheim) im Einsatz. Unter Berücksichtigung der organisatorischen Rahmenbedingungen wird dieser Anteil sukzessive ausgebaut.

Unsere Fahrzeugmodelle im Detail

Um den Nahverkehr in der Region flexibel zu gestalten, kommen je nach Fahrgastaufkommen unterschiedliche Fahrzeuggrößen zum Einsatz. Klicken Sie auf die jeweilige Kategorie, um mehr über die technischen Modellreihen zu erfahren:

Kleinbusse werden vorrangig auf Linien mit geringerem Fahrgastaufkommen, im ländlich geprägten Zubringerdienst sowie im flexiblen Bedarfsverkehr eingesetzt. Ihre kompakte Bauweise ermöglicht einen wirtschaftlichen Betrieb auf Strecken, für die Großbusse nicht ausgelastet wären. Der Bestand umfasst aktuell 20 Diesel-, 11 Elektro- und 2 CNG-Fahrzeuge.

Modelle in der Flotte: Atlas Cityline L / E, Atlas Cityline L, Mercedes-Benz City 65, Mercedes-Benz City 75, K-Bus 519 MNDF, City VI CNG, Iveco Daily MNDF, E-Solar City.

Schon gewusst?

Damit eine so große Flotte an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben jeden Tag pünktlich ausrollen kann, braucht es eine entsprechende Infrastruktur im Hintergrund. Erfahre mehr über den Bau unserer neuen Betriebsstandorte sowie über unser regionales Netz an eigenen Wasserstofftankstellen und das Bildungszentrum.

Förderung unseres Flottenumbaus

Die kontinuierliche Modernisierung einer Busflotte in dieser Größenordnung erfordert erhebliche Investitionen und ist ohne die finanzielle Unterstützung von Land, Bund und Europäischer Union nicht realisierbar. Die Beschaffung unserer Fahrzeuge mit alternativen Antrieben basiert daher auf einem tragfähigen Fundament verschiedener Förderprogramme:

  • Internationale Impulse: Über die EU-Projekte JIVE und JIVE2 wurde der Grundstein für die ersten 50 Wasserstoff-Fahrzeuge (Modelle von Van Hool und Solaris) gelegt.
  • Nationale Unterstützung: Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) unterstützte den darauffolgenden Ausbau über die spezifische Klimaschutz-Förderrichtlinie mit der Bewilligung von bislang 108 Wasserstoffbussen.
  • Regionale Kofinanzierung: Über das ÖPNVG des Landes Nordrhein-Westfalen wurde die Beschaffung von rund 80 weiteren Fahrzeugen finanziert – darunter unsere regionalen Elektro-Kleinbusse („E-Bussis“) sowie die gesamte Biomethan-Flotte im Kreis Euskirchen.